Das gesprochene Wort Gottes
Neben dem geschrieben Wort Gottes möchte ich mich auch mit dem gesprochenen Wort befassen. Allgemein herrscht bei manchen die These vor, dass Gott nicht in unsere Zeit spricht. Dies sei angeblich ein Ding aus vergangenen Zeiten. Vornehmlich wird dann folgende Bibelstelle angeführt:
„Aber seien es Weissagungen, sie werden weggetan werden; seien es Sprachen, sie werden aufhören; sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden. Denn wir erkennen stückweise und wir weissagen stückweise; wenn aber einmal das Vollkommene da ist, dann wird das Stückwerk weggetan.“ (1.Kor 13,8-10)
Paulus sagt hier ganz eindeutig: „…wenn aber einmal das Vollkommene da ist, dann wird das Stückwerk weggetan.“. Aber die Braut ist noch nicht in dem Zustand wie sie sein sollte, und der Herr ist noch nicht zurück, deshalb ist das Vollkommene noch nicht da. Wenn allerdings mit „dem Vollkommenen“ die erste Ankunft Jesu gemeint sein sollte, wieso war dann noch ein Ausgießen des Heiligen Geistes[1] notwendig und weshalb empfingen die Apostel später noch Prophetien und Visionen (nur um die Offenbarung des Johannes zu benennen)? Daher ist es nicht weiter notwendig, auf solche Argumentationen näher einzugehen. Sie entsprechen einfach nicht der Wahrheit und entspringen den taktischen Verwirrversuchen des Feindes. Die Aussage: „Ich glaube nicht, dass Gott zu mir spricht…“ führt letztlich genau dazu. Lesen wir nach:
„…dir geschehe, wie du geglaubt hast!“ (Mt 8,13; Schlachter) bzw.: Was du geglaubt hast, ist Wirklichkeit geworden (Mt 8,13 HfA) Und: „…dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst...“! (Mt 15,28; Luther)
Wenn wir also glauben, dass wir Gott nicht hören können, dann wird es eben auch genau so sein. Umgekehrt ist es ebenso. Allein diese zwei Verse aus Matthäus wären es würdig Bände von Praxisratgebern zu verfassen. Wir müssen schon unserem Herrn vertrauen lernen. Wir legen einen großen Teil unserer Rüstung[2] ab, wenn wir uns so unserer Erbschaft[3] berauben lassen. Alles, was wir uns selbst absprechen, wird reale Auswirkungen auf unseren Dienst haben. Dieses Verhalten ist ein Zeichen falscher Demut und somit reiner Stolz.
Eines der praktischsten Beispiele ist die gängige Aussage: „Ich glaube ich werde krank.“. Was genau geschieht dann? Richtig: Wir werden krank. Unsere Worte haben Macht. Dies dürfen wir nie vergessen.
Neben unserem ist vor allem das Wort Gottes ein scharfes Schwert und hat zwei Schneiden. Dieses Schwert, falsch gehalten oder geschwungen, kann uns durch Unachtsamkeit selbst oder anderen zum Schaden werden. Wir müssen es lernen sorgsam mit dem zu werden, was wir über anderen und über uns selbst aussprechen.
Wir können das gesprochene Wort Gottes grundlegend in zwei wesentliche Bereiche gliedern: Zum einen können wir dieses Wort hören bzw. empfangen und zum anderen es selber aussprechen bzw. weitergeben.