Unwissenheit

Veröffentlicht auf von Einfache Gemeinde Regensburg

Warum sind wir Christen so lau und tragen eine Verwundung nach der anderen davon? Warum werden wir vom Feind geplagt und kennen teilweise nicht einmal die Ursachen? Die Antwort ist ganz klar: „Unwissenheit“. „Wir können keinen Krieg führen, den wir nicht sehen können, und wir können uns nicht gegen einen Feind verteidigen, geschweige denn ihn besiegen, wenn wir noch nicht einmal wissen, an welchen Stellen er uns angreift. Anders gesagt: Einige kämpfen gegen einen Feind, von dem sie noch nicht wissen, dass er überhaupt existiert.“[1] Gottes Wort sagt uns hierzu folgendes:

 

„Damit wir nicht von dem Satan übervorteilt werden; seine Absichten sind uns nämlich nicht unbekannt.“ (2.Kor 2,11)

 

„Darum wandert mein Volk in die Gefangenschaft aus Mangel an Erkenntnis; seine Edlen leiden Hunger, und seine Volksmenge verschmachtet vor Durst. Darum sperrt das Totenreich seinen Schlund weit auf und hat seinen Rachen über die Maßen weit aufgerissen. Und ihre Pracht fährt hinunter und ihre Menge samt all ihrem Getümmel und wer in ihr frohlockt.“ (Jes 5,13-14)

 

„Mein Volk geht zugrunde aus Mangel an Erkenntnis; denn du hast die Erkenntnis verworfen, darum will ich auch dich verwerfen, dass du nicht mehr mein Priester seist; und weil du das Gesetz deines Gottes vergessen hast, will auch ich deine Kinder vergessen!“ (Hos 4,6)

 

„Denn die Weisheit gewährt Schutz, und auch das Geld gewährt Schutz; aber der Vorzug der Erkenntnis ist der, dass die Weisheit ihrem Besitzer Leben gibt.“(Pred 7,12)

„Und wenn eine Seele sündigt und irgend etwas von alledem tut, was der Herr verboten hat und man nicht tun soll, auch wenn sie es nicht gewusst hat, so ist sie [dennoch] schuldig und trägt ihre Schuld.“ (3. Mo 5,17)

 

„Wenn deren Zweige verdorren, werden sie abgebrochen. Frauen kommen und zünden sie an. Denn es ist ein unverständiges Volk; darum erbarmt sich der nicht über sie, welcher sie gemacht hat, und der sie gebildet hat, wird sie nicht begnadigen.“ (Jes 27,11)

 

„Höre es, Erde! Siehe, ich will Unheil über dieses Volk kommen lassen, die Frucht ihrer Gedanken; denn auf meine Worte haben sie nicht geachtet, und mein Gesetz, das haben sie verworfen.“ (Jer 6,19)

 

Wir haben keine Entschuldigungen, wenn wir uns dem Kampf entziehen wollen, sei es aus Unwissenheit oder aus Angst. Wenn wir das Wort Gottes nicht lesen und studieren sündigen wir also. Die Folgen sind absolut verheerend. Ich höre allzu oft das Argument, dass wir nicht zu kämpfen brauchen, da Jesus schon den Sieg errungen hat. Doch wenn wir nicht mehr zu kämpfen brauchen, stelle ich die Frage warum ist der Herr noch nicht wieder da? Sind wir denn bereits die fleckenlose Braut? Ich denke nicht, dass es notwendig ist weiter darauf einzugehen. Es ist eine klare Sache, dass wir den Sieg von Jesu in Anspruch nehmen müssen und seinen Auftrag zu erfüllen haben, bevor ER uns als Braut[2] zu sich nehmen wird. Einige Niederlagen werden oft als „normale Verfolgung“ fehlinterpretiert. Unsere stolze Erhabenheit dem Feind gegenüber durch Selbstüberschätzung, belächeln und abwinken fordert ständig mehr unnötige Opfer. Nicht einmal der Erzengel Michael wagte es über den Feind zu spotten oder ihn gar zu verharmlosen.

Lesen wir dazu aus dem Judasbrief:

„Ebenso aber beflecken auch diese als Träumende das Fleisch, die Herrschaft aber verachten sie, Herrlichkeiten[3] aber lästern sie. Michael aber, der Erzengel, wagte nicht, als er mit dem Teufel stritt und Wortwechsel um den Leib Moses hatte, ein lästerndes Urteil zu fällen, sondern sprach: Der Herr schelte dich! Diese aber lästern alles, was sie nicht kennen; alles, was sie aber von Natur aus wie die unvernünftigen Tiere verstehen, darin verderben sie sich. Wehe ihnen! Denn sie sind den Weg Kains gegangen und haben sich für Lohn dem Irrtum Bileams völlig hingegeben, und in dem Widerspruch Korachs sind sie umgekommen. Diese sind Flecken bei euren Liebesmahlen, indem sie es sich ohne Furcht mit euch gut gehen lassen und sich selbst weiden; Wolken ohne Wasser, von Winden fortgetrieben; spätherbstliche Bäume, fruchtleer, zweimal erstorben, entwurzelt; wilde Meereswogen, die ihre eigenen Schändlichkeiten ausschäumen; Irrsterne, denen das Dunkel der Finsternis in Ewigkeit aufbewahrt ist.“(Jud 8-13; Rev. ELB)

 

Ich möchte ganz bewusst noch einmal ein paar Stellen aus den Versen des Abschnittes zusammenfassen:

 

1.    Die Absichten Satans sind uns bekannt.

2.    Aus Mangel an Erkenntnis leben wir in Gefangenschaft und gehen zugrunde.

3.    Wir haben das Gesetz Gottes vergessen.

4.    Sünde aus Unwissenheit bleibt Sünde.

5.    Wir missachten die Herrschaftsbereiche des Feindes.

6.    Wir lästern über Dinge, die wir nicht verstehen.

7.    Gott erbarmt sich unserer nicht wegen der mangelnden Bereitschaft zur Einsicht.

8.    Die Weisheit Gottes gibt ihrem Besitzer Leben.

 

 

Darum liebe Geschwister, lasst uns für unsere Torheit den Herrn Jesus um Vergebung bitten.

 

… seid nüchtern und wachsam! Der Teufel geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht wen er verschlingen kann.“[4]

 

Wie ich schon in der Einführung geschrieben habe, ist es eine der erfolgreichsten Strategien des Teufels, uns in der Unwissenheit seiner Existenz zu lassen. So gehen wir aufgrund persönlicher Verletzungen auf unsere Geschwister los, anstatt unsere Energie gemeinsam gegen den Widersacher einzusetzen. Im Buch „Der letzte Aufbruch“[5] fand ich eine sehr anschauliche Beschreibung dieses Szenarios: Wir Christen werden von kleinen „Reiter-Dämonen“ geritten, während diese sich auf uns erbrechen. Blind, voll von Selbstgerechtigkeit und Hass, denunzieren wir unsere Geschwister und glauben auch noch tatsächlich wir wären im Willen Gottes. Wir dürfen nicht vergessen, dass Paulus uns im Epheserbrief klar davor warnt:

 

„Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut, sondern gegen die bösen Mächte und Gewalten der unsichtbaren Welt, gegen jene Mächte der Finsternis, die diese Welt beherrschen, und gegen die bösen Geister in der Himmelswelt.“ (Eph 6,13; NL)

 

Stattdessen ermorden[6] wir weiterhin unsere Brüder und verwechseln Stolz mit Kühnheit. Während wir unsere wertlosen Rangabzeichen polieren rasseln wir mit unseren Spielzeugsäbeln und drohen anderen mit Plastikpistolen.

 

„Stark und fest im Glauben sollt ihr seine Angriffe abwehren. Und denkt daran, dass alle Christen in der Welt diese Leiden ertragen müssen. Gott aber, von dem ihr so viel unverdiente Güte erfahrt, hat euch durch Jesus Christus zugesagt, dass er euch nach dieser kurzen Leidenszeit in seine ewige Herrlichkeit aufnimmt. Er wird euch ans Ziel bringen, euch Kraft und Stärke geben, so dass ihr fest und sicher steht. Ihm allein gehört alle Macht für immer und ewig. Amen.“ (1.Pet 5,9-11; HfA)



[1] D. Yoder und R. Brown; Ungebrochene Flüche.

[2] Vgl. Offb. 19,7

[3] Gemeint sind offenbar Herrschaftsbereiche in der Engel- oder Dämonenwelt.

[4] vgl. 1.Petr 5,8

[5] siehe Literaturverzeichnis

[6] vgl. 1. Joh 3,15

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Veröffentlicht in In den Fängen des Feindes

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